Unsere monatlichen Termine und Gebetsanliegen - 2026

Jeden zweiten Samstag im Monat treffen wir uns in der Franziskanerkirche in Graz zur Hl. Messe. Als Inspiration nehmen wir die monatlichen G...

10/01/2026

Impuls aus dem Brief des OFM-Generalministers

Im aktuellen Brief des Generalministers des Ordens der Minderbrüder ist ein wertvoller geistlichen Impuls. Das nun veröffentlichte Dokument stellt Perspektiven in den größeren Zusammenhang unseres franziskanischen Auftrags im digitalen Zeitalter.

Im Zentrum des Briefes steht das Vermächtnis des seligen Gabriele Maria Allegra. Der Minoritenmönch widmete 26 Jahre seines Lebens der Übersetzung der Heiligen Schrift ins Chinesische. Dabei ging es ihm nie um eine bloß sprachliche Übertragung, sondern um ein tiefes kulturelles Verstehen, getragen von Gebet, Geduld und Demut. Seine Arbeit war von Zusammenarbeit geprägt und hatte das Ziel, dem chinesischen Volk den Zugang zur Bibel in einer verständlichen und annehmbaren Weise zu eröffnen. Dieses Wirken reicht bis heute hinein und bleibt ein starkes Zeugnis franziskanischer Sendung.

Auf dieser Grundlage formuliert der Generalminister fünf Kriterien für ein echtes biblisches Zuhören, die gerade im digitalen Kontext von großer Bedeutung sind – und die wir auch bei unserem letzten Monatstreffen als herausfordernd und befreiend erlebt haben:

  • Stille vor dem Sprechen: In einer lauten digitalen Welt soll das Hören dem Teilen vorausgehen.

  • Denken wie der andere: Der bewusste Schritt über die eigene Perspektive hinaus öffnet Räume für echtes Verstehen.

  • Zeit und Reifung: Das Wort Gottes erschließt sich nicht im Modus der Sofortigkeit, sondern braucht Geduld und Wachstum.

  • Inkarnierte Gemeinschaft: Physische Begegnung und gemeinsames Bibelteilen sind ein notwendiges Gegengewicht zur digitalen Vereinzelung.

  • Demut des Zeugen: Dienst am Wort statt Selbstinszenierung – ganz im Geist des seligen Allegra.

Besonders berührend ist auch der Blick auf die ökumenische Offenheit seines Wirkens. Allegras Arbeit förderte die Zusammenarbeit unter Christen verschiedener Traditionen in China und setzte damit ein Zeichen der Einheit jenseits von Trennungen.

Ganz konkret macht der Generalminister Vorschläge für den Sonntag des Wortes Gottes (gefeiert am 25. Januar 2026): sich bewusst Zeit für vertieftes Bibelstudium zu nehmen, vielfältige Bibelgruppen zu gründen und auch Formen des digitalen Fastens zu wagen – um zuerst zu hören und zu bedenken, bevor das Wort online geteilt wird.

All dies steht in enger Verbindung mit der franziskanischen Prophetie: Schon der heilige Franziskus verstand das Wort Gottes als lebendige, verwandelnde Kraft, die ein offenes Herz und ein hörendes Leben verlangt. Genau dazu ruft auch dieses Dokument auf – zu einer Verkörperung dieser Haltung mitten in unserer heutigen, digitalen Wirklichkeit.

Die vollständige Version des Briefes ist übrigens online in drei verschiedenen Sprachen verfügbar und lädt dazu ein, diese Gedanken weiter zu vertiefen und persönlich wie gemeinschaftlich fruchtbar werden zu lassen.

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