Wir kamen am Gedenktag des heiligen Benedikt zusammen. Benedikt begründete das monastische Leben in Klöstern und legte großen Wert auf Bildung, die damals nur dort zugänglich war. Damit prägte er die europäische Kultur nachhaltig und ist heute einer der Patronen Europas.
Rund tausend Jahre später gründete der heilige Franziskus den Franziskanerorden. Beide Ordensregeln teilen viele Gemeinsamkeiten.
Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der Lebensform: Franziskaner sind nicht an ein bestimmtes Kloster gebunden. Sie leben und wirken mitten unter den Menschen. Zudem entstand die franziskanische Regel erst nach der Gründung der Gemeinschaft, um das Evangelium gemeinsam zu verkünden.Gebet und Impulse in der Jakobikapelle
Nach der heiligen Messe versammelten wir uns zum Gebet in der Jakobikapelle. Pater Willibald teilte mit uns einige Gedanken zur Benediktsregel. Zwei Punkte blieben besonders im Gedächtnis:
Der Schluss der Regel: Er erinnert uns daran, dass wir stets neu beginnen müssen, wir fangen ganz klein an, und ermahnt uns zur Demut.
Die heilige Klara lebte anfangs nach der Benediktsregel bei benediktinischen Nonnen, bevor Franziskus die eigene Regel für die Klarissen verfasste.
Austausch im Innenhof
Nach der Kapelle suchten wir den Schatten im ruhigen Innenhof. Bei frischer Luft teilten wir unsere Freuden, Sorgen, Lasten und manche unterhaltsame Lebenserfahrungen.
Das Treffen wurde besonders durch Schwester Maria bereichert. Sie brachte nicht nur das Frühstück mit, sondern teilte auch die Lebensgeschichte ihrer vor Kurzem heimgegangenen Mutter. Diese Frau zeigte große Stärke: Sie opferte sich auf und stellte sicher, dass ihre Kinder die beste Bildung erhielten, um eigene Lebensentscheidungen treffen zu können. Ein wahres Glaubenszeugnis.
Danke an alle für das gemeinsame Dasein. Auf Wiedersehen im August.
Fotos: Gewölbe in der Jakobikapelle, Sr Nikoletta


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen